Warum gibt es eine neue Buchaufteilung zu den Stationärmaschinen?


Liebe Holzwerkerinnen und Holzwerker,

den Ärger und die Enttäuschung über eine neue Buchaufteilung der Stationärmaschinen-Buchreihe kann ich natürlich verstehen und es wird sicher ganz schwierig für mich Ihnen allen die Beweggründe für diese Entscheidung plausibel zu machen. Ich möchte es aber dennoch versuchen und eines schon mal vorweg schicken:

Die Entscheidung fiel uns allen sehr schwer, vor allem wegen den Besitzern des Stationärmaschinen Bands 1.

Ich habe nun insgesamt etwa 5,5 Jahre an diesem umfangreichen Buchprojekt gearbeitet. Hätte ich zu Beginn auch nur im geringsten geahnt auf was für ein Mammutprojekt ich mich da einlasse, ich hätte es sofort wieder verworfen. So etwas kann man nicht voraussehen, geschweige denn vernünftig planen. Das weiß ich jetzt und das wird mir so auch nie wieder passieren.

Als ich mit dem Buchprojekt im Oktober 2014 begonnen habe, hatte ich zuerst nur ein einziges Buch zu allen Stationärmaschinen geplant. Auf maximal 300 Seiten sollten alle Grundlagen dazu vermittelt werden. Aber bereits die Erstellung des Kapitels zur Tischfräse wuchs schnell auf 250 Seiten an und es war klar, dass es unmöglich sein wird alle Stationärmaschinen in nur einem einzigen Buch zu behandeln. Da das Hobelmaschinenkapitel mit knapp 60 Seiten nicht so umfangreich sein würde, haben der Verlag und ich damals beschlossen es zusammen mit der Tischfräse in einem Band zu bringen, so dass wir auf etwas mehr als 300 Buchseiten kamen.

Das war leider ein großer Fehler, denn wir/ich hätten damals schon die Tischfräse als Einzelbuch rausbringen müssen!

Das hätte mir auch mehr Freiraum mit dem Seitenumfang der weiteren Kapitel gegeben. Denn wie ich schon eingangs sagte: Man kann ein solches Projekt nicht seitengenau planen! Leider merkt man erst beim Schreiben, wie umfangreich die Themenbereiche tatsächlich sind und welche Dinge man noch gar nicht auf dem Plan hatte, die aber extrem wichtig sind und auf die man unmöglich verzichten möchte.

Und genau da habe ich mich leider völlig verschätzt und das ist mir dann auch beim geplanten 2. Band zum Verhängnis geworden. Bereits das Bohren- und Bandsägenkapitel umfasste wieder fast 300 Seiten. Und das Formatkreissägenkapitel wuchs auch schon auf fast 200 Seiten an und war noch nicht mal ganz fertig. Ganz zu schweigen von dem ganzen Videomaterial.

Der zweite Band hätte also definitiv an die 500 Seiten gehabt und wahrscheinlich vier DVDs! Ein solches Buch samt DVDs hätte enorme Druck- und Herstellungskosten verschlungen und lässt sich - wenn überhaupt - nicht mehr zu einem vertretbaren Preis im Handel anbieten.

Eine Trennung der Inhalte war also leider unumgänglich, denn ein derart teures, schweres und unhandliches Buch würde ganz sicher kaum Interessenten finden - egal wie gut es ist. Außerdem erreichten uns immer wieder Nachfragen von Kunden, ob wir nicht das Hobelmaschinenkapitel getrennt von der Tischfräse anbieten könnten, weil sie keine Tischfräse besitzen und auch keinen Bedarf oder Platz dafür hätten. Das Stationärmaschinenbuch Band 1 war ihnen - verständlicherweise - einfach zu teuer, weil sie ja eigentlich nur die knapp 60 Seiten zur Hobelmaschine lesen wollten. Das hat dann letztlich auch den Ausschlag gegeben, das Hobelmaschinenkapitel vom Tischfräsenkapitel zu trennen. Damit war dann allerdings auch zwingend eine komplette Neuaufteilung der Buchreihe nötig.

Die Bandsäge und die Formatsäge bieten ausreichend Potenzial für sehr informative Einzelbücher mit rund 180 bzw. 220 Seiten Umfang. Lediglich das Hobelmaschinenkapitel mit nur knapp 60 Seiten und auch das Bohrmaschinenkapitel (bestehend aus Langlochbohrmaschine und Säulenbohrmaschine) mit etwas mehr als 100 Seiten fallen hier etwas aus dem Rahmen. Thematisch passen Hobelmaschine und Langlochbohrmaschine jedoch zusammen, weil es für viele Hobelmaschinen sogenannte Langlochbohreinrichtungen zum Anbauen gibt. Insofern macht die Kombination der beiden Themenbereiche nicht nur seiten-, sondern auch maschinentechnisch durchaus Sinn. Außerdem sind alle drei Maschinen (Hobel-, Langloch- und Säulenbohrmaschine) auch bei Hobbyholzwerkern deutlich häufiger anzutreffen als eine Tischfräse.

Das ist natürlich für die Besitzer des ersten Bands zunächst einmal bitter. Allerdings haben alle das komplette Hobel-
und Tischfräsenkapitel für „nur“ 49,90 Euro erworben. Das absolut identische Tischfräsen-Einzelbuch kostet aber bereits 46 Euro - also nur 3,90 weniger. Für diese 3,90 Euro haben alle Besitzer des ersten Bands aber noch zusätzlich das Hobelmaschinenkapitel drin. Wer also kein Interesse an dem Bohrmaschinenkapitel hat, der würde auch heute noch mit dem Kauf des ersten Bands ganz sicher nichts verkehrt machen. Wenn man das Buch noch zum damaligen Kaufpreis von knapp 50 Euro überhaupt kaufen könnte, denn das Buch wurde komplett vom Markt genommen.

Allerdings werden noch vereinzelt gebrauchte Bücher zu höchst "interessanten" Preisen von bis zu (festhalten!) 150 Euro angeboten (
hier mal ein Link dazu).

Daher noch mal der Hinweis: Das Buch wurde vom Markt genommen und ist nur noch als Restbestand oder gebraucht im Handel erhältlich!

Mir ist bewusst, dass meine Ausführungen für alle Besitzer des ersten Bands sicher nur ein schwacher Trost ist. Trotzdem ist es mir wichtig Ihnen hier ehrlich und offen die Beweggründe zur neuen Buchaufteilung mitzuteilen - in der Hoffnung auf ein klein wenig Verständnis.

Herzlichst Ihr,

Guido Henn